Johannes Krisch wurde 1966 in Wien geboren. Zur Schauspielerei kam er durch eine Seitentür: ausgebildet als Tischler, baute er ein Bühnenbild und verließ das Theater nie wieder ganz. Ab 1986 arbeitete er als freier Schauspieler auf Wiens kleinen Kellerbühnen, 1988 ging er ans Theater Liechtenstein.
1989 trat er in das Ensemble des Burgtheaters ein, dem er drei Jahrzehnte angehörte — in der österreichischen Erstaufführung von Sergi Belbels Die Zeit der Plancks, als Milota von Rosenberg in Martin Kušejs Ottokar und in Thomas Bernhards Die Macht der Gewohnheit. Er spielte bei den Salzburger Festspielen, sang Lou Reed, wirkte in mehr als vierzig Filmen mit und übernahm 2021 die künstlerische Leitung der Raimundspiele Gutenstein.
Woran sich seine Kolleginnen und Kollegen erinnern, ist nicht die Liste. Es ist die Stille, die er vor einem Satz halten konnte, und die Wärme, die er abseits der Bühne mitbrachte.